Die Schlaraffia ist eine am 10. Oktober 1859 in Prag gegründete, weltweite deutschsprachige Vereinigung zur Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor. Das Wort „Schlaraffe“ soll vom mittelhochdeutschen Wort „Slur-Affe“ abgeleitet sein, was damals so viel hieß wie „sorgloser Genießer“ (vergleiche Schlaraffenland). Der Wahlspruch der Vereinigung lautet „In arte voluptas“ (etwa: in der Kunst liegt Vergnügen).

Als 1859 der Direktor des Deutschen Theaters, Franz Thomé, einen seiner jungen Künstler in die Prager Künstlervereinigung „Arcadia“ einführen wollte, wurde dieser wegen seiner Mittellosigkeit als angeblicher Proletarier abgelehnt. Aus Protest gründeten Eilers und seine Theaterkollegen einen Stammtisch, den sie spöttisch „Proletarier-Club“ benannten. Daraus entwickelte sich nach manchen Umwegen und Rückschlägen die heutige weltumspannende „Schlaraffia“.

Die Schlaraffen, ein Männerbund („… ausschließlich Männer in gesicherter Position …“), treffen sich in der sogenannten Winterung (Nordhalbkugel: 1. Oktober bis 30. April; Südhalbkugel: 1. Mai bis 30. Oktober) einmal pro Woche an einem festgelegten Wochentag in ihrer „Schlaraffenburg“, dem im Stil eines mittelalterlichen Rittersaales ausgestatteten Vereinslokal, zu Sippungen. Diese Zusammenkünfte werden nach festgelegtem Zeremoniell in Form eines Ritterspieles mit wohldurchdachten Regeln in zwei Teilen – einem im Ablauf stets gleichen, auf wiederkehrende Regularien bedachten ersten und einem freier zu gestaltenden, eher künstlerischen zweiten – abgehalten. Sturmhauben, Helme und Rüstungen sind aus buntem Stoff in den festgelegten Reychsfarben, die Waffen wie Junkerdolch oder Ritterschwert zumeist aus Holz. Während der Sippungen werden sowohl der Alltag persifliert als auch durch Vorträge in literarischer bzw. musikalischer oder künstlerisch-darstellender Form – Fechsungen genannt – das Interesse an der Kunst wachgehalten. Eine antiquierte Sprache mit eigenen Ausdrücken für alltägliche Dinge (Schlaraffenlatein) gibt den Sippungen ihre eigene, humorvolle Note. Alles außerhalb des schlaraffischen Spieles ist „profan“ / die „Profanei“.

Schlaraffisches Symbol für Weisheit, Humor und Tugend ist der Uhu, der in jeder Burg zu finden ist. Beim Betreten derselben grüßen die Schlaraffen ihn mit einer tiefen Verbeugung, was zugleich das Abstreifen „profaner Schlacken“ – also das Sich-ganz-Einlassen auf das schlaraffische Spiel – symbolisiert.

Für Außenstehende sind Schlaraffen außerhalb ihrer Sippungen an der „Rolandnadel“, einer kleinen weißen Perle, die am linken Revers getragen wird, oder an einem am Fahrzeug befestigten Aufkleber erkennbar, der einen blinzelnden Uhukopf zeigt.

Örtliche Gruppen der Schlaraffia in Städten werden von Schlaraffen „Reyche“ genannt. Das erste Schlaraffenreych entstand in Prag (deshalb „Praga“ genannt), von deutschen Künstlern gegründet. Dort war ihre letzte Heimstatt in der Stefansgasse. Inzwischen existieren weltweit mehr als 260 „Reyche“ und „Colonien“ (lokale Vereine), in denen ausschließlich Deutsch gesprochen wird (wobei die Mitglieder keineswegs Deutsche sein müssen) und die in engem Kontakt zueinander stehen. Sie sind in der „Allschlaraffia“ zusammengefasst. Jeder Schlaraffe ist in jedem Reych der Welt jederzeit willkommen.

Momentan bestehen Reyche in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, den USA, Kanada, Mexiko, Venezuela, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Thailand, Südafrika und Australien. Die einzelnen Reyche und Colonien sind in der Reihenfolge ihres Entstehungsdatums nummeriert.

Die schlaraffischen Zusammenkünfte werden Sippung genannt und laufen überall nach dem gleichen Muster ab. Sie bestehen aus zwei Teilen:

Der erste Teil ist den „Ambtshandlungen“ gewidmet. Dazu gehören die feierliche Eröffnung der Sippung durch den fungierenden Oberschlaraffen, die Begrüßung der eingerittenen Gäste, d. h. Sassen anderer Reyche, und die Verlesungen des amtlichen Protokolls der vergangenen Sippung durch den Marschall sowie eines nicht-amtlichen Protokolls („NAP“) durch einen in der Woche zuvor bestimmten Sassen.

Nach dem Abschluss des ersten Teils folgt eine (Schmus- und Atzungs-)Pause - zur kurzen Erholung und Stärkung. Während derselben oder auch schon während des ersten Teils wird die Fechsungsliste herumgereicht, auf welche sich jeder Sasse eintragen kann, der plant, im zweiten Teil auf die Rostra (Rednerpult) zu steigen und etwas vorzutragen.

Im zweiten Teil der Sippung werden Fechsungen vorgetragen, d. h., jeder kann etwas zum Besten geben – gleich ob Prosa, in Versform oder musikalisch (Ausnahme: lediglich Witze zu erzählen, ist verpönt). Dies kann etwas Gefechstes, also Selbstverfasstes, sein, oder man trägt ein Werk eines anderen Autors vor. Die Sippungen stehen in vielen Fällen unter einem besonderen Thema, zu dem man etwas fechsen kann, aber nicht muss.

Da Politik, Religion und Beruf in diesem Spiel keine Rolle spielen, ja sogar verboten sind, ist jede Sippung eine wahre Erholung vom Alltag. 

Bei den Schlaraffen wird viel gelacht und Humor steht neben der wahren, weltumspannenden Freundschaft an oberster Stelle. 

Über Schlaraffia Detroitia

Das Feldlager in der Stadt Detroitia verdankt sein Entstehen zwei Ritter, verhältnissmässig noch jung an Jahren und Erfahrung, aber erfüllt von Ausdauer, Fleiss und von aufopfernder Liebe zum schlaraffischen Gedanken. 

Unter starker Beteiligung der Schwesterreyche wurde im Deutschen Bundesheim am 10. März 1928 (a.U. 69) die Gründungsfeier begangen. 

Am 30. November 1929 (a.U. 70) feierte sie den Tag der Reychwerdung unter Beteilligung fast aller amerikanischen Schwestern.

Im Lenzmond a.U. 160 (2019) feierten wir unser 90. Gründungsfest in unseren Wolverineburg. 

Wenn Sie Interesse haben, bei einer unserer nächsten Sippungen (Treffen) dabei zu sein und mal "hinein zu schnuppern", dann melden Sie sich gerne bei unserem Kantzler. Die Kontaktdaten entnehmen Sie bitte der Kopfzeile dieser Webseite (Emailadresse/Telefon). Wir würden uns freuen, Sie als Gast begrüssen zu dürfen.